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Armaturen gewappnet gegen nosokomiale Erkrankungen

März 2013

Um nosokomiale Infektionen einzudämmen, ist eine Begrenzung des Bakterienwachstums unumgänglich. Dies erfordert eine ständige Überwachung der Trinkwasserqualität. Neben den Legionellen sollte das Bakterium Pseudomonas aeruginosa in den Fokus der Betrachtungen gezogen werden. Für den Krankenhausbereich empfiehlt sich der Einsatz speziell entwickelter Armaturen, die das Wachstum dieser Krankheitserreger begrenzten.

Biofilme kommen natürlicherweise in Armaturen und Rohrleitungen vor und beherbergen 99,5% der in der Trinkwasser-Installation lebenden Bakterien. Auch wenn es unmöglich ist, Biofilme dauerhaft zu beseitigen, ist ihre Begrenzung zur Eindämmung krankheitserregender Bakterien entscheidend. Ziel ist es, ein übermäßiges Bakterienwachstum und die Bildung von Bakterien-Aggregaten zu verhindern, die sich durch das vorbeiströmende Wasser vom Biofilm lösen können. Diese losgelösten Aggregate könnten beim Öffnen der Armatur als feine Tröpfchen (Aerosole) an die Luft freigegeben werden.

Für krankheitsanfällige und insbesondere immungeschwächte Menschen stellt der Kontakt mit bestimmten Mikroorganismen ein Infektionsrisiko dar. Bakterien aus der Trinkwasser-Installation sind für etwa 30% aller nosokomialen Infektionen verantwortlich. Für Gesundheitseinrichtungen ist es daher entscheidend, das Bakterienwachstum innerhalb der Trinkwasser-Installation wirksam zu begrenzen.

 

Wanted: Legionellen und Pseudomonaden

In Deutschland besteht durch die novellierte Trinkwasserverordnung (TrinkwV) vom 1. November 2011 eine Untersuchungspflicht des Trinkwassers auf Legionellen und andere Parameter. Sie gilt für alle öffentlich und gewerblich genutzten Immobilien mit einer zentralen Warmwasserbereitung von 400 Liter Inhalt sowie Anlagen mit einem Warmwasserleitungs-Volumen von mindestens 3 Litern zwischen Speicher und letzter Entnahmearmatur. Regelmäßig zu untersuchen sind Installationen mit Duschen oder anderen Anlagenteilen, die Legionellen enthalten können und in denen eine Aerosolbildung möglich ist (Vernebelung des Trinkwassers).

Die Trinkwasserverordnung fordert vom Betreiber auch, dass die anerkannten Regeln der Technik einzuhalten sind. Dazu zählt Vermeidung von Stagnation, Vermeidung von Überdimensionierung und die Gewährleistung der vorgeschriebenen Temperaturen von Trinkwasser warm und kalt. Dazu kommen spezifische Normen zur Begrenzung der Maximaltemperatur an der Entnahmestelle und damit des Verbrühungsrisikos.
Die Trinkwasserverordnung und das DVGW-Arbeitsblatt W 551 setzen sich in intensiver Weise mit dem berühmt berüchtigten Wasserkeim Legionella pneumophila auseinander – von der Untersuchung bis zur Sanierung.

Bezüglich der Prävention des nicht weniger gefährlichen Bakteriums Pseudomonas aeruginosa existieren jedoch keine verbindlichen Vorgaben, lediglich Empfehlungen. Das Bakterium betrifft vor allem Entnahmestellen und insbesondere die Armaturenausläufe, denn hier findet es, was es zum Wachstum benötigt: Wasser und Sauerstoff. Hat es sich erst einmal im Armatureninneren eingenistet, so besiedelt das Bakterium mit dem grünen Pigment (aerugo = Latein für Grünspan) nach und nach die gesamte Armatur, die flexiblen Schläuche und die Rohrleitungen. 
In diesem Stadium angelangt, wird eine dauerhafte Beseitigung unmöglich. Nicht ohne Grund ist das Bakterium der zweithäufigste Erreger tödlicher Krankenhausinfektionen.

 

Empfehlungen der DGKH bezüglich Pseudomonas aeruginosa

Im Jahre 2016 hat die Deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygiene (DGKH) eine Empfehlung mit dem Titel „Gesundheitliche Bedeutung, Prävention und Kontrolle Wasser-assoziierter Pseudomonas Aeruginosa-Infektionen“ veröffentlicht. Einige Punkte dieser Empfehlung werden nachfolgend vorgestellt.

Bezüglich der Überwachung von Pseudomonas Aeruginosa rät die DGKH für Bereiche mit hohem Risiko zu halbjährlichen Untersuchungen. In anderen Bereichen medizinischer Einrichtungen sind jährliche Untersuchungen ausreichend. 
Als Probenahmestellen empfiehlt die DGKH einerseits die Berücksichtigung der für Legionellen festgelegten Stellen. Daneben sollte auch das Kaltwassersystem untersucht werden: unmittelbar vor und hinter dem Wasserzähler, an den Eintrittsstellen der einzelnen medizinischen Gebäude, vor und nach einer Enthärtungsanlage (falls vorhanden), an strategisch ausgewählten Eckventilen und an repräsentativen Stellen in der Peripherie.
Das Probenahmeverfahren ermöglicht Hinweise auf das Ausmaß der Kontamination. Erfolgt ein Nachweis von Pseudomonas Aeruginosa sowohl in der Probenahme ohne Direktentnahme als auch in der Probenahme mittels Direktentnahme, spricht dies für eine systemische Kontamination.

Erfolgt ein Nachweis nur in der Probenahme mittels Direktentnahme, spricht dies für eine lokale Kontamination der Wasserarmatur.

Für Legionella spp. gilt: Ergibt eine Untersuchung mehr als 100 KBE/100 ml, so sind technische Maßnahmen zur Legionellenbekämpfung erforderlich. Pseudomonas Aeruginosa hingegen sollte in medizinischen Einrichtungen in 100 ml Trinkwasser nicht nachweisbar sein.

Bei Überschreitungen der Maßnahmenwerte sind umgehend Maßnahmen durch die Verantwortlichen nach Wasserhygieneplan festzulegen, zu veranlassen und deren Umsetzung sicherzustellen sowie die Information der ärztlichen Verantwortlichen und des Gesundheitsamts zu regeln.

Sofern durch Spül- und Desinfektionsmaßnahmen keine nachhaltige Sanierung erreichbar ist, muss versucht werden, durch abschnittsweise Untersuchung des Trinkwasser-Installationssystems die entsprechende Kontaminationsquelle aufzudecken und zu eliminieren.

Thermische Desinfektionen werden als Maßnahmen mit fraglicher Wirkung bezeichnet. Unverzichtbar zur Prävention von Pseudomonas Aeruginosa ist laut DGKH hingegen die Vermeidung der unkontrollierten Bildung von Biofilmen in der Trinkwasser-Installation, zu der auch die Entnahmearmaturen gehören.

 

Speziell konzipierte Produktserien

Zur Umsetzung dieser zentralen Forderung der DGKH tragen die BIOSAFE Armaturenlösungen, welche die DELABIE-Gruppe zur Begrenzung des Bakterienwachstums im Krankenhausbereich entwickelt hat, bei. Hierunter fallen mehrere spezifische Armaturen, die der Hersteller im Laufe der letzten Jahre konzipiert hat.

Bei der BIOCLIP-Serie ermöglichen abnehmbare Komponenten eine vollständige Reinigung und die Anbringung spezifischer Ausläufe. 
Bei diesen Modellen kann entweder die komplette Armatur vom Sockel gelöst oder nur der Auslauf abgenommen werden. Für die letztgenannte Variante stehen Edelstahl-, Einmal- oder Filter-Ausläufe zur Auswahl. Filter-Ausläufe haben eine integrierte 0,1 μm Sterilmembran, welche die Bereitstellung von bakterienfreiem Trinkwasser gewährleistet.

Mischbatterien mit minimaler Stagnationswassermenge reduzieren durch ihre innere Bauweise das in der Armatur verbleibende Wasservolumen. Zudem ist die über Kupferrohre verlaufende Wasserführung frei von starken Krümmungen. Dies ermöglicht hohe Fließgeschwindigkeiten zur Eindämmung des Biofilmwachstums. Daneben verfügen bestimmte Armaturen über geglättete Ausläufe und/oder Körper, diezudem frei von jeglichen Unebenheiten sind. Dies minimiert die Biofilm-Anhaftung, während herkömmliche Armaturen mit rauen Ausläufen und Innenkörpern Bakterienablagerungen begünstigen (so zeigte sich in einer Studie, dass die Kontamination durch Pseudomonas aeruginosa auf Armaturen mit geglättetem Innenkörper 14-mal geringer ist als auf Armaturen mit rauen Innenkörpern*).

Der BIOSAFE Hygiene-Strahlformer, der auf einigen Armaturen montiert ist, bietet durch seine glatte Innenfläche Schmutzpartikeln und/oder Kalkrückständen keine Anhaftungsmöglichkeit (Bauweise ohne Sieb, Stern oder sonstige Wasserdurchtrittsöffnungen). Dadurch vermindert er die Ablagerung und das Wachstum von Bakterien und Feuchtkeimen.

Alle elektronischen Armaturen sind mit einer automatischen Hygienespülung ausgestattet, die Wasserstagnation und damit eine der Hauptursachen für Bakterienwachstum in der Trinkwasser-Installation unterbindet. Bei diesen Modellen findet alle 24 Stunden nach der letzten Nutzung automatisch eine 60 Sekunden dauernde Armaturenspülung statt.

Jede dieser Lösungen ist auf spezifische Bedürfnisse zugeschnitten. Für eine umfassende Erregervorsorge lassen sich die gezeigten Lösungen auch miteinander kombinieren.

* Studie des französischen Laboratoriums BioPI und des biologischen Instituts der Universität Jules Verne in Amiens vom Juni 2010.