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Denis Valode - Architekturbüro Valode & Pistre

PARIS (FRANKREICH)

URBAN LEBEN

Seit fast 20 Jahren schreiben sie die Erfolgsstory ihres Architekturbüros zu zweit. Dabei ziehen sie der Stararchitektur eine mediale Diskretion vor, damit ihre Werke umso mehr in den Vordergrund rücken. Städte menschlicher gestalten und ein neues Umweltbewusstsein schaffen - Denis Valode vertraut uns seine genialen Visionen an, „am Kreuzweg der Kulturen“.

Weltbürger

Valode & Pistre. Irgendwie hat man den Eindruck, man habe es mit zwei Helden einer Comicserie wie z. B. bei „Blake und Mortimer” von Edgar P. Jacobs zu tun.

Denn die beiden Komplizen arbeiten zusammen, seit sie einander in der Pariser Kunsthochschule École des Beaux-Arts über den Weg gelaufen sind, in der Denis Valode unterrichtete und seinem besten Studenten, Jean Pistre, im Architekturseminar sein Wissen vermittelte. Das war vor 40 Jahren.

In Frankreich verdanken wir ihnen das spektakuläre neue Einkaufszentrum Beaugrenelle in Paris mit seiner Dachstruktur aus Glas, den Incity Tower in Lyon, die Promenade Saint-Catherine in Bordeaux mit ihrer Inszenierung von durchbrochenem Metall sowie mehrere U-Bahnhöfe des künftigen Grand Paris Express.

Aber das Architekturbüro beschränkt sich bei Weitem nicht auf Bauprojekte in Frankreich, sondern hinterfragt auch städtebauliche Konzepte in den Metropolen Chinas, Russlands und des Libanon.

Interview mit Denis Valode, Architekturbüro Valode & Pistre

Ihr Architekturbüro ist in Frankreich bekannt geworden und wollte auch stets auf internationaler Ebene expandieren. Wie sind die Visionen von Valode & Pistre entstanden?

Denis Valode: Wir fühlen uns mit Frankreich verbunden, blicken aber von jeher auch über seine Grenzen hinaus. Bauen hat viel mit Kultur zu tun. Regeln, Vorschriften und Gewohnheiten sind in jedem Land, in dem man baut, sehr unterschiedlich. Als Architekt muss man sich anpassen und diese Herausforderung gefällt uns. Der zweite Grund ist, dass wir uns als Weltbürger fühlen.
Wir haben stets eine Vision ohne Grenzen entwickelt und versucht, eine kontextbezogene Architektur zu verwirklichen. Neue Umgebungen entdecken und uns an anderen Maßstäben messen – das treibt uns an! Beim Entwurf des zukünftig weltweit größten Ausstellungsgeländes im chinesischen Shenzhen mussten wir die Ausmaße in Kilometer berechnen. Wir mussten unseren Plänen eine Stelle vor dem Komma hinzufügen!

Unterscheiden sich Ihre Projekte in Frankreich sehr von denen in anderen Ländern?

D.V.: Unsere Herangehensweise in der Architektur ist nicht stilistisch, sondern problembezogen, d. h. wir „erzeugen, was erzeugt werden muss”, je nach der Problematik im Hinblick auf Geschichte, Kultur, Umwelt usw. Klimatische Einflüsse waren besonders wichtig in Skolkowo, dem Moskauer Silicon Valley, wo wir ein Innovationszentrum mit zahlreichen Galerien bauen, die vor Kälte geschützt werden mussten.
Uns liegt nichts daran, eine Handschrift zu hinterlassen, denn jedes unserer Projekte ist anders. Wir überdenken die Gestaltung von Räumen, damit sie eine Symbolkraft bekommen und wir haben wirklich das Bedürfnis, den Nutzern Kunstwerke zu liefern, damit sie sich diese aneignen und stolz darauf sein können.

Sie haben mehrere Hochhäuser entworfen. Ist Ihrer Meinung nach ein menschliches Miteinander in vertikal orientierten Bauten möglich?

D.V.: Hochhäuser waren in Frankreich lange verschrien. Aber problematisch waren eigentlich eher die großen Plattenflächen am Fuß der Gebäude. Im Pariser Beaugrenelle-Viertel haben wir diese beseitigt, um ein neues Einkaufszentrum zu errichten.
Wir sind überzeugt davon, dass Wohn- und Bürotürme für den Städtebau erforderlich sind, um der unausweichlichen Verstädterung Herr zu werden, wenn wir nicht wollen, dass deshalb Agrarflächen verschwinden. Aber der Städtebau muss menschlicher werden. Deshalb haben wir bei unserem Entwurf für den Tour Saint-Gobain im Pariser Geschäftsviertel La Défense auf allen Etagen begrünte Bereiche (Restaurants, öffentlich zugängliche und Empfangsbereiche und sogar ein Gewächshaus mit mediterranem Klima!) vorgesehen. Ein Wolkenkratzer ist von Weitem sichtbar und es ist wichtig, schöne Bauwerke zu errichten.

Wird in der heutigen Architektur auch anders über Zeiträume nachgedacht?

D.V.: Zeit spielt in mehrerlei Hinsicht eine Rolle. Zunächst einmal sollen Bauwerke lange bestehen.
Nachhaltigkeit beinhaltet aber heutzutage auch Umweltaspekte, Vermeidung von CO2-Emissionen. Doch die verschiedenen Bestandteile haben nicht alle die gleiche Lebensdauer. Viele Gebäude sind inzwischen veraltet, insbesondere ihre Fassade, aber deshalb muss man sie ja nicht gleich abreißen. Man sollte sie renovieren, sie so umgestalten, dass man sie später erneut überholen und verändern kann. Fassaden entwickeln, die veränderbar sind, flexible Strukturen, das ist eine sehr neue Idee.  

Sie sind bei der Reform des Pariser Ballungsraums sehr involviert. Wie lässt sich die Trennung zwischen dem Stadtzentrum von Paris und den Gemeinden jenseits der Ringautobahn überwinden?

D.V.: Durch die Schaffung mehrerer Zentren! Allein schon durch das neue U-Bahn-System Grand Paris Express werden sich die Dinge Richtung eines Netzes ohne absolute Hierarchie hin entwickeln, wie das z. B. auch in Tokio der Fall ist. Alles vom Zentrum her zu denken ist eine sehr französische Angewohnheit.

Denis Valode, Mitbegründer des Architekturbüros Valode & Pistre

 

Bildrechte: Architekturbüro Valode & Pistre

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